Adhäsivbrücken – Klebebrücken – „Marylandbrücken“
Brücken als Zahnersatz werden notwendig, wenn fehlende Zähne überbrückt werden sollen.
Neben den klassischen Brücken, wobei Zähne irreversibel geschliffen werden, gibt es weitere sogenannte minimalinvasive adhäsive Formen von Brücken. Hierbei wird der zu ersetzende Zahn – das sogenannte Brückenglied – an einen benachbarten Zahn angeklebt. Es ist kein Beschleifen erforderlich, das Verfahren ist reversibel.
Die Alternative zum Implantat
Klebebrücken oder Adhäsivbrücken, häufig auch „Marylandbrücken“ genannt, werden zum Schließen von Zahnlücken im Frontzahnbereich eingesetzt. Moderne Adhäsivbrücken sind hochwertig, lange haltbar und ästhetisch ansprechend. Sie können als minimalinvasive und kostengünstige Alternative zum Zahnimplantat verwendet werden.
Schleifst du noch oder klebst du schon?
Keramikbrücken vs. Kompositbrücken
Man unterscheidet die im Labor hergestellte Keramik-Klebebrücke und die kostengünstigere im Mund gefertigte glasfaserverstärkte Komposit-Brücke. Beide Arten werden mittels Adhäsivtechik (Anrauen der Zahnsubstanz und Verwendung sogenannter chemischer Adhäsive) an den Zähnen befestigt.
Bei den glasfaserverstärkten Kompositbrücken wird das Material everStick benutzt, das vor ca. 2 Jahrzehnten in Finnland erforscht wurde und sich bis heute mit Erfolg durchgesetzt hat. Dieses Material wird mit modernen Nano-Hybrid-Kompositen umkleidet. Hierzu ist handwerkliches Geschick besonders gefragt. Das zeigen die Universitäten Kiel und Würzburg schon seit ca. 20 Jahren.
Faserverstärkte Kompositbrücken
Faserverstärkte Kompositbrücken (FRC-Brücken, Fiber-Reinforced-Composite) stellen ein modernes, biomimetisches Versorgungskonzept dar, das insbesondere bei Einzelzahnlücken eine substanzschonende und funktionell überzeugende Alternative zu konventionellen Brücken oder Implantaten bietet. Ziel ist es, verloren gegangene Zähne unter maximalem Erhalt der natürlichen Zahnhartsubstanz zu ersetzen und gleichzeitig die biomechanischen Eigenschaften des natürlichen Zahnapparates möglichst realitätsnah nachzuahmen.
Das Grundprinzip basiert auf der Verwendung von hochfesten Glas- oder Polyethylenfasern, die in eine Kompositmatrix eingebettet werden. Diese faserverstärkte Struktur übernimmt die tragende Funktion der Brücke, während die ästhetische Gestaltung mit zahnfarbenen Kompositmaterialien erfolgt. Durch die adhäsive Befestigung an den Nachbarzähnen kann häufig auf ein invasives Beschleifen – wie es bei herkömmlichen Brücken erforderlich ist – weitgehend verzichtet werden.
Ein zentraler Vorteil dieses Konzepts liegt in seiner biomimetischen Wirkungsweise: Die elastischen Eigenschaften der Faserverbunde ähneln denen des Dentins, wodurch Kaukräfte physiologisch verteilt und Spannungsspitzen reduziert werden. Dies trägt zur Schonung der Pfeilerzähne bei und minimiert das Risiko von Frakturen oder Überlastungen. Gleichzeitig bleibt die natürliche Propriozeption erhalten, da keine künstliche Wurzel – wie beim Implantat – notwendig ist.
Besonders hervorzuheben ist die wissenschaftliche und klinische Entwicklung dieses Verfahrens in den skandinavischen Ländern. Die sogenannte „skandinavische Schule“ hat maßgeblich zur Etablierung und Weiterentwicklung faserverstärkter Komposittechnologien beigetragen. Einen bedeutenden Anteil daran hat die University of Turku, an der intensiv zu FRC-Systemen, deren Langzeitverhalten und klinischer Anwendung geforscht wird. Die dort entwickelten Konzepte haben weltweit Eingang in die minimalinvasive restaurative Zahnmedizin gefunden.
FRC-Brücken eignen sich besonders in Fällen, in denen Implantate nicht indiziert oder nicht gewünscht sind – beispielsweise bei jungen Patienten, begrenztem Knochenangebot oder dem Wunsch nach einer reversiblen Versorgung. Auch als semipermanente oder langfristige Lösung bieten sie eine hohe Flexibilität und Reparaturfähigkeit, da Kompositmaterialien direkt im Mund ergänzt oder angepasst werden können.
Im Vergleich zu klassischen Brücken entfällt die umfangreiche Präparation gesunder Nachbarzähne, und im Gegensatz zu Implantaten sind keine chirurgischen Eingriffe notwendig. Dies reduziert nicht nur Kosten und Behandlungszeit, sondern auch das biologische Risiko.
Moderne Praxen wie die Zahnarztpraxis Dr. Brust integrieren solche innovativen, faserverstärkten Restaurationskonzepte in ein ganzheitliches Behandlungsspektrum. In Kombination mit biomimetischen Prinzipien und adhäsiven Techniken entsteht so eine schonende, ästhetische und funktionell nachhaltige Versorgungsform.
Zusammenfassend bieten faserverstärkte Kompositbrücken eine evidenzbasierte, minimalinvasive Alternative zu Implantaten und konventionellen Brücken. Sie verbinden moderne Materialwissenschaft mit biologisch orientierter Zahnmedizin und folgen konsequent dem Leitgedanken: maximale Zahnerhaltung bei optimaler Funktion und Ästhetik.
Einflügelige Klebebrücken
Die Klebebrücke wird durch den Zahnarzt mit einem Spezialklebstoff an den Nachbarzähnen befestigt. Sie geht einen stabilen adhäsiven Verbund mit den Nahbarzähnen ein – auch bei hoher Belastung. Im Gegensatz zu zweiflügeligen Brücken werden einflügelige Klebebrücken an nur einem Nachbarzahn befestigt. Einflügelige Klebebrücken haben viele Vorteile und sind nachgewiesenermaßen sogar haltbarer als konventionelle, zweiflügelige Marylandbrücken.
Das Einsetzen einer Flügelbrücke verläuft schonend und schmerzfrei und kann in der Regel ohne örtliche Betäubung durchgeführt werden. Die Adhäsivbrücke kann nach dem Einsetzen sofort belastet werden.
Vorteile einflügeliger Klebebrücken
- sehr gute Langzeitprognose und lange Haltbarkeit
- nur wenige Zähne müssen präpariert werden
- leichtere Reinigungsfähigkeit
- deutlich geringere Kosten gegenüber Zahnimplantaten
- schmerzfreies Einsetzen ohne OP
Dr. med. dent. Michael Brust
- Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
- Über 30 Jahre Erfahrung
- Experte für Adhäsiv- und Kompositbrücken
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